[Metalab] 1 lange mail - wiederschaun.

Herbert Poetzl herbert at 13thfloor.at
Sun Oct 26 02:27:30 CET 2025


On Sat, Oct 25, 2025 at 03:14:17PM +0000, overflo via Metalab wrote:

> TL;DR:
> Good luck metalab, do better.
> I am out.

Totales Kasperltheater ... leider nur traurig.

War aber hoechst interessant zu lesen, hab auch
gleich den Eintrag im Metalab Wiki (ᅵGS MeetUp)
begutachtet:

"Du musst kein Mitglied von Metalab sein, um 
 mitmachen zu kᅵnnen. Hᅵrende Personen sind 
 ebenfalls willkommen, allerdings keine Lautsprache"

Ich kann total verstehen, dass die "Werte" des 
Metalabs nicht mehr wirklich zu vertreten sind ...

Probleme loesen ist offenbar nicht mehr modern,
lieber Probleme machen und dann darueber klagen ... 
schoene neue Welt.

Wuensche dir alles Gute und kann nur empfehlen
jetzt mal die eine oder andere Desensibilisierungs-
veranstaltung zu besuchen :)

Halte die Ohren steif,
Herbert

> ---

> What happen?


> Ich habe im Sommer den liteplacer abgeholt und nach Deutschland gebracht.
> Das war mit jeder Menge Drama verbunden und ich hatte seither Zeit 
> darᅵber nachzudenken, zu reflektieren und gute Gesprᅵche zu fᅵhren.

> Der konkrete Anlass war ein Fehlverhalten meinerseits, nᅵmlich dass ich 
> an einem ᅵGS Tag unerlaubt das metalab betreten habe.
> Klingt eigentlich ein bisschen dumm wenn man das so liest, ist aber 
> tatsᅵchlich der Kern des Problems.

> Am Sozialplenum habe ich verstanden dass es nicht darum ging dass ich 
> prinzipiell gestᅵrt hᅵtte,
> sondern darum dass die Usergroup keine Ausnahmen machen will, weil sie 
> Angst haben dass dadurch das Konzept Exklusivtag kaputt geht.
> Ich kann dieser Argumentation folgen, finde aber das Konzept der 
> Exklusivnutzung, so wie es umgesetzt wird trotzdem extrem problematisch.
> Der Anspruch: "Du bist hier nicht willkommen" leitet sich daraus ab und 
> das finde ich falsch, auch wenn es aus guten Grᅵnden passiert. [0]


> ------

> What happen next?

> Ich habe von Juni bis Oktober meine Gedanken sortiert und eine Menge 
> Erfahrungen aufgeschrieben, geordnet und mir ein Bild meiner eigenen 
> Emotionen gemacht.
> Das war heilsam und gut und ich hatte Gelegenheit meinen Zorn zu ᅵberwinden.
> Tatsᅵchlich, war diese Erfahrung rᅵckwirkend betrachtet keine Schlechte 
> und hat mich als Mensch in meiner Entwicklung weitergebracht.

> ;

> Vor ein paar Wochen war Anna Vasof [1] ins metalab, an einem ᅵGS-Tag.
> Sie ist seit knapp 15 Jahren im metalab aktiv, hat ihren Schlᅵssel schon 
> wirklich lange und kam an besagtem Tag ins metalab, um den Lasercutter 
> zu nutzen.
> Dies war bereits das zweite mal dass Sie einen Exklusivtag der 
> ᅵGS-Gruppe "gestᅵrt" hat und dann kam es auch noch zu Diskussionen am 
> Gang warum Sie nicht rein darf usw.
> Das war den ᅵGS Leuten zu viel und sie haben einen Platzverweis 
> ausgesprochen.
> Als Anna dann nicht schnell genug ging, wurde sie von einem Teilnehmer 
> an der Schulter gepackt und rausgeschoben.

> Am folgenden Sozialplenum waren sich Alle Anwesenden einig dass das 
> nicht geht und es wurde dieses Verhalten auch nicht verteidigt oder 
> gerechtfertigt.

> Anders aber, als Anna am selben Tag ihres Rauswurfs eine Email verfasste 
> an intern@ und Ihre Erfahrungen teile.
> 15 Minuten spᅵter kam eine Antwortmail in der Dinge standen wie:


> "Was du davon hᅵltst, kannst du fᅵr dich behalten"
> "Schubsen und kᅵrperlicher Angriff ist nicht passiert, dafᅵr gibt es 
> Augenzeugen, das ist auch eine freche Schilderung."
> "Thanks fᅵr den erneuten ableistischen Eingriff"

> Und das wars dann fᅵr mich und meine abgeklᅵrte Akzeptanz der Ereignisse.

> Auf einmal war meine Wut wieder da und mein Zorn und mein Hass auf diese 
> selbstgerechte und gemeine Kommunikation.
> Vermutlich wurden die Emails davor auch mit Hass und Wut verfasst, genau 
> darum gehts hier.


> --

> Ich traf Anna ein paar Tage spᅵter auf einen Kaffee und wir haben 
> darᅵber gesprochen wie es ihr geht,
> wie sie die Situation wahrnimmt, was sie sich wᅵnscht,ᅵ usw.
> Ich habe verstanden das Anna sich (zu Recht!!) mishandelt fᅵhlt von 
> diesen Menschen und eine Entschuldigung angebracht wᅵre.
> Ein Ziel wᅵre fᅵr Sie wenn Sie gehᅵrt und verstanden wird und sie Ihren 
> Schlᅵssel wieder erhᅵlt.
> Dieser wurde Anna kurz nach dem Vesuch am ᅵGS Tag gesperrt bis auf Weiteres.

> Begrᅵndung:
>  ᅵ ᅵ Anna hat einen ᅵGS-Tag wiederholt gestᅵrt und ein keymember hat die 
> Pflicht die Regeln des metalab zu befolgen und umzusetzen.
>  ᅵ ᅵ Diese Einschᅵtzung wurde am Sozialplenum noch erweitert um die Maxime:
>  ᅵ ᅵ "Keymeber sein macht zur Botschafter*In des metalabs.
>  ᅵ ᅵ ᅵDiese sollten die Communitywerte teilen und nach aussen tragen 
> kᅵnnen, oder zumindest nicht nur an Exklusivtagen fernbleiben aus Angst 
> davor rausgeschmissen zu werden." (luto)

> Das finde ich mehr als problematisch.





> Der Plan
> --------

> Nachdem Treffen mit Anna, legte ich am kommenden Sozialplenum mit 
> Dolmetschung den ersten Tagesordnungspunkt fest.

> ***
> Wiederholtes schweres Fehlverhalten einiger Menschen die sich mit der 
> ᅵGS-Usergroup identifizieren. (overflo & Anna Vasof)
>  ᅵ ᅵ - Was ist passiert?
>  ᅵ ᅵ - Was halten wir davon?
>  ᅵ ᅵ - Wie gehen wir damit um?
>  ᅵ ᅵ - Welche Konsequenzen wᅵnschen wir uns?
> ***



> Ich hatte bereits ein so genanntes Sozialplenum besucht in dem Phantasus 
> nach MONATEN des Wartens ein permanentes Hausverbot ausgesprochen wurde.
> Das war ein unwᅵrdiges Schauspiel sondergleichen.
> Ich war mir also bewusst dass diese "Sozialplena" den Charakter eines 
> Tribunals haben kᅵnnen.

> Einige Tage vor dem Tribunal wurde der folgender Tagesordnungspunkt 
> eingebracht.

> ***
> Verstᅵᅵe gegen den CoC durch ein Member. (rainbowveggie)
> Ich mᅵchte Verstᅵᅵe eines Members gegen die Regeln des Metalab aufzeigen 
> und ᅵber Konsequenzen sprechen.
> ***


> Kurz darauf erhielt ich eine Chatanfrage von qchen, welcher die 
> Moderation leiten wollte.
> Qchen erkundigte sich nach meiner Powerpoint-Prᅵsentation, die ich nicht 
> mit ihm im vorraus teilen wollte.
> Ich vertrᅵstete ihn auf spᅵter da ich auch noch nicht damit fertig war 
> und erst mit Anna sprechen wollte.
> Das hat ihm glaube ich nicht so gut gefallen und Anna bat mich ob es OK 
> ist ihr Statement vorzuziehen.
> Natᅵrlich war ich damit einverstanden da es an diesem Tag um SIE ging.

> Im Zuge des Chats liess Qchen mich Wissen dass es in dem neuen 
> Tagesordnungspunkt "Verstᅵᅵe gegen den CoC durch ein Member" um mich geht.
> Die Frage was es damit auf sich hᅵtte, wurde nicht gestellt und auch 
> nicht von qchen erlᅵutert.
> Am Sozialplemnum wᅵre der richtige Rahmen um zu reden.

> rainboveggie hat mich nicht im Vorfeld kontaktiert sondern direkt den 
> Punkt eingebracht da Sie (dann im persᅵnlichen Gesprᅵch) meinte,
> es betrᅵfe ja auch Alle und ging nicht nur Sie und mich.
> Valid Point, well noted.

> ;

> Folgende Szenarien hielt ich nun fᅵr mᅵglich:

> 1.
> Wir reden miteinander und finden eine Lᅵsung die fᅵr Alle Beteiligten passt.
> (Optimales Ergebniss aber meiner bisherigen Erfahrung mit diesen 
> Sozialtribunalen nach, EXTREM unwahrscheinlich.)


> 2.
> Wir reden miteinander, aber die Differenzen sind unᅵberwindbar.
> Anne verliert Ihren Schlᅵssel.
> Da ein CoC Verstoss gegen mich eingebracht wurde, verliere 
> wahrscheinlich auch ich meinen Key, vielleicht auch meine membership.
> (Nicht gut, aber auch nicht das Schlimmste was passieren kᅵnnte.)

> 3.
> Wir reden NICHT miteinander, es wird die AMuer gemacht und meine 
> Prᅵsentation verhindert.
> Anna wird einfach fertig gemacht von einer Meute.
> Schlᅵsselentzug, eventuell auch mein Rauswurf. Grosses Drama.
> (Viel wahrscheinlicher, worst outcome)



> Der Plan
> --------
> Mein Plan war fᅵr mich recht schnell klar.

> Ich muss mit Resultat 3 (Rauswurf) kalkulieren, jedes andere Ergebnis 
> ist zumindest ein Teilerfolg.

> In diesem potentiellen Suizidkommando, ist es von Vorteil Emotional 
> nicht mehr zu attached zu sein.
> Hᅵtte ich darum gekᅵmpft meinen Schlᅵssel behalten zu dᅵrfen, wᅵre diese 
> Strategie vermutlich gescheitert.

> Ich entschied mich dazu eine Powerpointprᅵsentation zu erstellen und 
> eine Rede dafᅵr zurechtzulegen.
> Damit sollte der Fokus von Anna weg, mehr auf die Metaebene gehoben 
> werden um nicht zu viel ᅵber konkrete Vorkommnisse,
> sondern die Rahmenbedingungen zu diskutieren.

> Die Folien enthielten ursprᅵnglich ca 10 wichtige Punkte, allerdings war 
> mir klar dass das VIEL zu viel ist um on-Topic zu bleiben.
> Ich habe meine Statements auf 3-5 Punkte reduziert, zwei mal im Vorfeld 
> vorgetragen, Feedback eingearbeitet und (schlechte) Lᅵsungsvorschlᅵge 
> skizziert.

> Das Wichtigste war, mir extrem unangenehme Ereignisse anzusprechen die 
> unabhᅵngig vom konkreten Auslᅵser passiert sind.
> Hohn, Spott, Zorn, Misstrauen und in letzter Konsequenz Gewalt und Trauma.
> Das ist erfahrungsgemᅵss ein sehr schmaler Grat und die 
> "Tᅵter-Opfer-Umkehr"-Keule sitzt am Sozialplenum eher locker.

> Ich habe Anna die Prᅵsi vorab geschickt und ich habe Annas ext auch vor 
> dem Sozialplenum erhalten udn gelesen.




> Das Tribunal
> ============


> _Intro_

> Am Abend des 19.10.2025 traf ich im metalab ein und sah in viele 
> angespannter Gesichter.
> Qchen erᅵffnete die Anmoderation,

> Ich wies drauf hin, dass ich persᅵnlich einen Moderator wichtig finde,
> und dass das fᅵr mich aber bedeutet, dass der Moderator durchsetzt dass 
> all Leute gehᅵrt werden und ein
> Dialog mᅵglich ist.
> Dazu sollte er jedenfalls mᅵglichst neutral agieren.

> Qchen wies mich im darauf hin dass es nicht "der Moderator" heisst und 
> hat mir kurz deren Pronomen erlᅵutert.
> (Ob _deren_ Pronomen nun stimmt weiss ich an dieser Stelle wirklich 
> nicht, Sorry falls nicht.)

> Jedenfalls wurde ich dann darᅵber in Kenntnis gesetzt, dass "die 
> Moderation" als Anrede erwᅵnscht ist.
> Dem bin ich freilich gerne nachgekommen.

> Dass dabei unter den Tisch fiel dass es mir darum geht dass die 
> Moderation neutral ist und die Redebeitrᅵge gehᅵrt werden, wurde glaube 
> ich nicht weiter thematisiert.




> _Part 1_
> Lasst uns reden!

> Wir erᅵffnen die Gesprᅵchsrunde damit dass Anna ihr 2-Seitiges Statement 
> vorbringt.
> Sie klagt ᅵber das Unrecht dass Ihr widerfahren ist und es stellt sich 
> die Frage im Feedback,
> ob irgendjemand eigentlich die Gewalterfahrung von Anna in Frage stellt 
> oder gar gutheisst.
> Niemand der Anwesenden fand die erfahrene Gewalt in Ordnung.
> Allerdings wurde aus der ᅵGS-Ecke eingebracht, dass die Situation von 
> Ihnen anders wahrgenommen wurde.

> Anna wurde laut dieser Darstellung nach ca 20 Minuten Diskussion im Gang 
> darauf hingewiesen dass man ihr ein Platzverbot aussprach und Sie bitte 
> gehen soll.
> Weil Sie scheinbar nicht schnell genug den Gang verliess, hat eine der 
> Anwesenden Personen (mᅵnnlich ca 1.90m)
> Anna an der Schulter berᅵhrt und rausgeschoben.
> Die extrem traumatisierenden Eindrᅵcke die Anna da geschildert hat, 
> wurden offensichtlich nicht zu 100% von den Zuhᅵrenden so verstanden.
> Anna erzᅵhlte von Ihrer Angst und der Scham und dem Geruch der Achsel 
> von dem Kerl der Sie da mit Gewalt rausschob.
> Sie bedankte sich auch bei Karoline dafᅵr, eingeschritten zu sein und 
> die Person darauf hingewiesen zu haben, dass Berᅵhren nicht geht.

> Die Einsicht dass Anna Schmerzen zugefᅵgt wurden, auch wenn diese "nur" 
> psychischer Natur sind,
> war jedenfalls meiner Einschᅵtzung nach auf ᅵGS Seite nicht ausreichend 
> vorhanden.



> _Part 2_
> Feedback Runde an Anna nach Ihrem Statement.

> An dieser Stelle mᅵchte ich daran erinnern das _spᅵtestens_ genau jetzt 
> meine Slides kommen sollten.
> Eigentlich wollte ich Anna den gewᅵschten Vortritt lassen, dann meine 
> Prᅵsentation durchziehen udn DANN in die Feedbackrunde starten.

> Das wurde allerdings unterbunden und wir begaben uns auf Wunsch der 
> Moderation direkt an Annas Statement in die Feedbackrunde.

> Die ersten Wortmeldungen fand ich in Ordnung und produktiv bis eine 
> Member*in zu Wort kam die von ihren traumatischen Erfahrungen mit
> der TERF-Community erzᅵhlte und sich durch Annas Wortwahl und 
> Selbstdarstellung getriggert fᅵhlt.
> Ich bezweifle nicht dass das alles genau so empfunden wurde, aber es 
> handelt sich um eine klare Themenverfehlung und Ablenkung von den 
> wesentlichen Punkten die Anna aufgezeigt hatte.
> Annas traumatische Erfahrungen.

> Von da an ging die Stimmung erwartungsgemᅵss bergab.
> Anna war in einer Verteidigungsposition, Ihr gegenᅵber eine Meute 
> verletzter Menschen.

> Ich habe da noch kurz zugehᅵrt und dann die Moderation dazu aufgerufen 
> dass an dieser Stelle zu unterbinden, da ich genau jetzt meine Folien 
> zeigen sollte.
> Es kam zu viel Widerspruch, ich wᅵrde mich ᅵber die Moderation 
> hinwegsetzen war zu hᅵren und in dem Moment war es gut dass da einige 
> Leute sassen die darauf pochten mir zu erlauben die Folien zu prᅵsentieren.
> Einen Teil der Leute habe ich Wochen davor gebeten sich Zeit zu nehmen 
> falls sie mich unterstᅵtzen wollen und ich habe sie wissen lassen, dass 
> es eventuell der letzte Besuch von mir im metalab sein kᅵnnte.

> Danke an Alle die sich Zeit genommen haben, Ihr wart mir eine WICHTIGE 
> Stᅵtze.


> _Part 3_
> Die Prᅵsentation - Da Sakrileg

> Die Rahmenbdingungen fᅵr das was ich zu sagen habe, hᅵtten kaum 
> schlechter sein kᅵnnen, aber ich war mir bewusst dass es kein Zurᅵck 
> gibt sobald die Stimmung komplett gegen Anna gekippt war.

> Ich startete die Prᅵsentation und war VIEL zu aufgeregt.
> Was ich als ca 15 minᅵtigen Dialog gestaltet hatte, wurde zu einer Predigt.
> Meine Worte zu schnell, meine Emotionen viel zu heiss gelaufen.
> Obwohl ich auf gefᅵhlt jeder dritten Folie "EINATMEN, AUSMATEN" vermerkt 
> hatte, fiel es mir schwer die Beherrschung zu bewahren.
> Das Feedback der Leute war nicht freundlich und mein Tonfall wurde immer 
> frustrierter.
> Das war EXTREM unangenehm.

> Sonsti ᅵbernahm das drᅵcken der Leertaste um die nᅵchste Folie 
> anzuzeigen, da die Anwesenden darauf bestanden,
> dass ich nicht vorne stehe, sondern im Kreis sitze.
> Dieses "Abdrehen der Kontrolle" war fᅵr mich erniedrigend und einer der 
> wesentlichen Schmerzpunkte des Abends.

> Sonsti, blieb aber auch cool als die Stimmung gegen mich zu kippen 
> drohte und zeigte die nᅵchste Folie wenn ich ihn darum bat.
> Danke dafᅵr, das war nicht selbstverstᅵndlich in dieser Situation.

> Meine Folien sind nun online im 1:1 dessen was ich an diesem Tag gezeigt 
> habe. [2]

> Einige dieser Worte wᅵrde ich so nicht noch einmal verwenden und viele 
> meiner Gedanken und Vorschlᅵge wurden an diesem Abend gehᅵrt und 
> diskutiert und haben sich dadurch grundlegend verᅵndert.

> Ich habe die Folien noch einmal ᅵberarbeitet und die gelernten 
> Erkenntnisse einfliessen lassen. [3]
> Denn VIELES von dem was ich sagen wollte, wurde auch gesagt und gehᅵrt 
> und verstanden und das ist wichtig.


> __part 4__
> Feedbackrunde an Anna und overflo
> Der interessanteste Teil des Abends.

> Zuerst wurden die Leute von der Moderation zu Wort gelassen die VOR 
> meiner Prᅵsentation eigentlich auf Annas Statement antworten wollten.

> Und wie durch ein Wunder gab es eine ganze Reihe an Feedback das auf 
> einmal EINFᅵHLSAMER war als die Meldungen VOR meiner Prᅵsentation.
> Leute bekundeten mehrmals dass Sie die Gewalterfahrung die Anna gemacht 
> hat NICHT in Frage stellen und das auch fuchtbar finden.
> Plᅵtzlich ging es darum was Anna fᅵhlt.
> Es ging auch darum was die Anwesenden fᅵhlten und meine Folien hatten 
> offenbar etwas im Diskurs verschoben.
> Wie ich finde zum Besseren.

> Nach einigen Antworten/Fragen und noch mehr Antworten ging es dann darum 
> was Leute mir an Feedback geben wollen.
> Das war durchaus gemischt, aber respektvoll und wertschᅵtzend.
> Das hat mich ehrlich ᅵberrascht.

> eesti schrieb einige kluge Fragen in sein Buch und zwei davon waren:
>  ᅵ- Wo sind wir jetzt?
>  ᅵ- Wie gehts von hier weiter?

> Eine der KERNfragen meiner Prᅵsentation.
> Ich habe darauf geantwortet dass ich heute sehr viel gelernt habe.
> Fᅵr mich komplett neuen Ansichten und Einschᅵtzungen trafen auf 
> Verstᅵndniss meinerseits.
> Ich habe das Gefᅵhl jede einzelne Person gehᅵrt und WIRKLICH verstanden 
> zu haben.

> Das ist 1 MASSIVE WIN.

> Ich verstehe warum "Reden wir halt nix am ᅵGS-Tag" keine Lᅵsung sondern 
> ein Teil des Problems ist. [4]
> Ich versteh nun warum die Leute keine Ausnahmen beim betreten machen wollen.
> (Sie haben Angst dass das dann normal wird und der Charakter des 
> Exklusivtages dadurch verloren geht.)
> Ich kann diese ᅵngste gut nachempfinden.

> Ich bin immer noch der Meinung dass das Konzept Exklusivtage falsch ist 
> und dadurch die Idee dass jemand NICHT willkommen ist,
> bestᅵrkt wird.
> Doch ich kann nun besser verstehen wie es zu den unangenehmen 
> Konsequenzen fᅵr Anna und auch mich kam.



> __Part 5__
> Pause #2

> In dieser Pause tausche ich mich vor dem metalab mit Leuten aus und hᅵre 
> Ihre Einschᅵtzungen.
> Diese sind total unterschiedlich.
> Die Einen freuen sich, die Anderen finden Alles ziemlich furchtbar, 
> wieder Andere steigern sich rein in Ihre eigenen Beispiele was da alles 
> falsch lᅵuft.
> Kurz: Die Stimmung ist aufgewᅵhlt.

> Nach der Pause geht die Feedbackrunde an mich weiter und ich weise 
> darauf hin dass ich auch bald mal Schluss machen mᅵchte und heim ins 
> Bett muss, es ist kurz vor 9.

> Ich erklᅵre ausfᅵhrlich (noch einmal) dass ICH im Juni am Sozialplenum 
> einen Fehler gemacht habe.
> Ich erklᅵre auch dass ich verstehe was das Problem ist und mir wird von 
> den Anwesenden ein Vorschlag unterbreitet.
> Ich kᅵnne einen Keymember Workshop besuchen (der ohnehin ansteht) und 
> einen ᅵGS-Sensibilisierungsworkshop mit Franz besuchen.
> Ich finde die Vorschlᅵge beide gut, zeige ehrliches Interesse und damit 
> scheinen Alle einverstanden.

> Dann kam die Person zu Wort die ich am ᅵGS-Tag durch mein Verhalten wohl 
> am meisten traumatisiert habe.
> Sie (die Person (nicht die Pronomen)) erklᅵrt noch einmal kurz worum es 
> ihr geht und ich hᅵre der Dolmetschung gespannt
> zu.
> Am Ende des Betrags sagt sie (vermeintlich) "Ich habe bis heute keine 
> persᅵnliche Entschuldigung erhalten".
> Da die Person direkt neben mir sitzt, drehe ich mich zu Ihr und sage:

> "Es tut mir aufrichtig Leid.
> Ich wollte mich bei dir schon lange entschuldigen, aber wir waren 
> seither nicht zeitgleich vor Ort und mir wurde gesagt du mᅵchtest keinen 
> Kontakt.
> Daher habe ich irgendwann aufgehᅵrt zu versuchen dich zu erreichen.
> Ich versteh warum passiert ist, was passiert ist.
> Ich habe DICH in diese Rolle des Cops gedrᅵngt auf die DU keinen Bock 
> hattest und ich schwᅵre dir, dass so etwas nie wieder passieren wird."

> Kurz darauf gestikuliert sie und die Dolmetschung lᅵsst mich wissen dass 
> es ein ᅵbersetzungsfehler war und sie KEINE persᅵnliche Entschuldigung 
> von mir wollte.
> Oha.
> Naja gut, besser sich vor versammelter Mannschaft zum Brot machen, als 
> eine Entschuldigung zu unterlassen die wirklich NOTWENDIG war.




> __Part 6 __
> Pause #3

> Ich stehe in der Pause neben rainbowveggie und rede mit andern Leuten.
> Als unser Gesprᅵch zu Ende geht, drehe ich mich zu ihr und spreche sie 
> direkt an.

> "Hej, ich hab gehᅵrt du bringst einen CoC Verstoss gegen mich vor.
> Mir wurde bisher nicht gesagt worum es eigentlich geht, ist es fᅵr dich 
> ok, wenn wir beide kurz reden bevors weitergeht?"

> Rundherum die komplette gehᅵrlose Crew die an dem Abend da ist.
> Rainbowveggie spricht Lautsprache (und ᅵGS) und hat ein funktionierendes 
> Gehᅵr, was unsere Kommunikation wesentlich vereinfacht.

> Sie erklᅵrt mir, dass ihr aufgefallen ist, dass ich in meinen Folien 
> ableistische Sprache verwende und Unwarheiten repliziere.
> zB der Vorschlag einfach nicht zu reden am ᅵGS Tag wᅵre genau sowas, da 
> an diesen Tagen sehr wohl gesprochen wird.
> Ich begreife das SOFORT.
> Natᅵrlich, was fᅵr eine dumme Idee meinerseits.

> Es geht auch darum dass ich zuvor im Chat geschrieben habe, ich rate der 
> ᅵGS-Gruppe anwesend zu sein, da es um sie gehen wird.
> Das wurde als Drohung aufgefasst.
> Das tut mir auch ehrlich leid, das war von mir nicht beabsichtigt und 
> ist fᅵr mich jetzt auch komplett nachvollziehbar.

> Aber es geht auch darum dass ich vor einigen Wochen aus dem Chat austrat 
> nachdem mir ein Keymember
> "behindertenfeindlichkeit" attestierte, weil ich die Forderung stellte, 
> dass sich die ᅵGS-Grupppe selbst um die Dolmetschung kᅵmmern sollte.
> Das sehe ich auch heute so, die Leute sind ja nicht geistig behindert 
> und kᅵnnen durchaus Emails schreiben und damit core@ entlasten.

> Wir waren uns in der Pause einig und so wurde der vorletzte Punkt "CoC 
> Verstoss" schnell und schmerzlos erledigt.
> Ein Keymemberworkshop und ein ᅵGS-Sensibilisierungsworkshop waren 
> angedacht, ich hatte den Eindruck wir verstehen einander jetzt VIEL 
> besser als VOR dem Sozialplenum.

> Reden hilft.
> Vor allem wenn man sich davor ᅵberlegt WORᅵBER man reden sollte.




> __Part 7 __
> Finale

> Anna hat als letzten Tagesordnungspunkt eingebracht Ihren Schlᅵssel 
> wieder zu erhalten.

> Sie erklᅵrt noch einmal dass sie den Tag nicht mehr stᅵren wird und 
> einsieht warum das ein Problem war.
> Sie sagt Sie wᅵrde einen Keymemberworkshop besuchen und auch einen 
> Sensibilisierungsworkshop, allerdings freiwillig und nicht als 
> Strafmasznahme.

> Sie erklᅵrt wie wichtig der Key fᅵr sie ist, da sie meistens am 
> Vormittag vorbeikommt um etwas zu lasern und dann wieder geht.
> Dass ihr bei Schlᅵsselentzug auch der Zugang zum metalab entzogen wird.
> Es gibt Stimmen die darauf hinweisen dass Sie ja auch ohne Key am Abend 
> vorbeikommen kann..

> Das ist ableistisch, weil sie 2 Sᅵtze davor GENAU darauf hingewiesen hat 
> dass sie genau das eben NICHT KANN.

> Anna wird rausgebeten damit die Runde unter sich besprechen kann, wie 
> sie weiter vorgehen wollen.

> Dieses Vorgehen finde ich EXTREM problematisch.
> Wenn ihr etwas sagen wollt dass Ihr Anna nicht sagen wollt, sagt es 
> einfach nicht.
> Dieses hinausschicken ist degradierend und grauslich.

> Einige Wortmeldungen sind sehr inklusiv und weisen darauf hin dass Anna 
> gesagt hat den Tag nicht mehr stᅵren zu wollen
> und mit den Konsequenzen, die auch mir nahegelgt wurden, zufrieden ist.

> Qchen merkt kurz an dass bereits _3_ Vetostimmen reichen um einen 
> Schlᅵssel nicht wieder auszustellen.
> Qchen merkt weiter an, dass die Diskussion darᅵber also auch nicht ewig 
> dauern muss.
> Ich denk mir: "Was hat DICH eigentlich so runiniert?"


> Wir einigen uns darauf abzustimmen ob Anna einen Keymemberworkshop 
> besucht und danach ihren Schlᅵssel wieder bekommt.
> Es wird hier angemerkt dass eine Keymembership mehr ist als nur ein 
> Schlᅵssel.
> Keymember sein ist Verantwortung gegenᅵber dem Space.
> Man vertritt als Keymember das metalab nach aussen und sorgt dafᅵr dass 
> die Communityregeln eingehalten werden.

> Es wird abgestimmt.
> Von 25 Leuten stimmen 11 DAGEGEN Anna einen Schlᅵssel auszustellen.

> Anna kommt wieder.
> Die Moderation teil Ihr die Entscheidung mit.

> Manche Leute erklᅵren dass es fᅵr Sie eine Vertrauenssache ist und dass 
> sie Anna nicht (mehr) vertrauen.
> Es wird Ihr gesagt dass sie zwar nicht rausfliegt, aber ein Schlᅵssel 
> frᅵhestens am nᅵchsten Sozialplenum beantragt werden kann,
> nachdem Sie den Keymemberworkshop besucht hat.

> Ich sehe Anna an, dass es ihr sehr schlecht geht.
> Ich hᅵre die Worte der Leute und fᅵhle den Schmerz der in Anna dadurch 
> hervorgerufen wird.

> Sie ist immer schon da im metalab.
> Sie ist eine richtig coole Person mit den besten Ideen.
> Es gab nie ersthafte Probleme mit ihr ausser "unangebrachte Diskussionen 
> am ᅵGS-Tag".

> Und jetzt schmeisst sie dieses Tribunal raus.

> Einatmen.
> Ausatmen.
> Einatmen.

> Es reicht.
> Ich sehe wie in Anna etwas kaputt geht und in diesem Moment geht es 
> nicht nur in Anna kaputt.
> Auch in mir spᅵre ich dass, das Vertrauen in meine Leute gebrochen ist.
> Ich sehe dass mein Plan Emapthie, Mitgefᅵhl und Nachsicht in den 
> Vordergrund zu stellen, gescheitert ist.
> Mein Tribe hat sich dafᅵr entschieden klare Kante und Konsequenzen zu 
> liefern.


> Ich nehme meinen Schlᅵssel vom Bund.
> In mir klingen die Worte nach, welche vor wenigen Minuten fielen.
> "Botschafter des metalabs. Werte teilen. usw."

> Ich gehe zu ripper und sage den Leuten in der Runde, dass ich sehr 
> enttᅵuscht bin.
> Sie haben den Test nicht bestanden.
> Es ist eine Schande was hier, an diesem Abend passiert ist und ich 
> schᅵme mich fᅵr dieses Tribunal.

> Ich kann diese Wertegemeinschaft weder vertreten, noch nach Aussen tragen.

> Ich kann nur mehr gehen und euch alles Gute wᅵnschen.


> Werdet freundlicher.
> Werdet ehrlicher.
> Werdet INKLUSIVER.

> Vielleicht lest ihr das in 10 Jahren noch einmal mit anderen Augen und 
> kᅵnnt dann verstehen, was ihr getan habt.


> Pathos: Ist das erste Glied geschmiedet, sind wir Alle in Ketten gelegt.

> --------------

> Curtains fall
> =============




> Ich lege meine Mitgliedschaft im Verein metalab zurᅵck.
> Der Austritt erfolgt zum nᅵchstmᅵglichen Zeitpunkt gemᅵss den 
> Vereinsstatuten.

> Das metalab war fᅵr mich einmal der allercoolste Hackspace auf Erden.
> Deshalb habe ich den auch mit aufgebaut.

> Zeiten ᅵndern sich, Leute ᅵndern sich.
> So auch dieser Ort.
> Wᅵhrend ich manche Leute im metalab-Umfeld sehr gerne habe, gibt es auch 
> genug Leute dort die ich nicht aushalte.

> Wir waren einmal ein Anarcho-Underground Ort an dem VIELE Meinungen 
> aufeinander getroffen sind und man hat miteinander diskutiert
> und damit den eigenen Horizont erweitert.
> Da gabs auch Meinungen die heute einfach GARNICHT angehᅵrt wᅵrden, unter 
> anderem weil ihr diese Farce einer Hausordnung / CoC beschlossen habt.
> Das war keine gute Idee und ist das Fundament der autoritᅵren Auswᅵchse 
> von heute.

> --

> Das Asozialplenum hat Phantasus ausgeschlossen, der meiner Erfahrung 
> nach zwar oft ein bissi seltsam agiert, aber ein wirklich guter und 
> bemᅵhter Mensch ist.
> Seither leidet er massiv.

> Soviel zu der tollen Inklusion die sich der Verein auf seine Fahnen 
> schreibt.

> Hier ist Jede*r**s willkommenᅵ [*]
> [*] Solange er/sie/es mitte zwanzig ist, bunte Haare hat, rolling 
> release Pronomen, Teil eines pansexuellen Polycules ist und mindestens 3 
> unterschiedliche Persᅵnlichkeiten beherbergt, wovon mindestes eine 
> zwingend Katze oder Fuchs sein muss.


> --


> Mir ist bewusst dass ich an besagtem ᅵGS Tag im Juni hᅵtte fragen sollen 
> statt einfach reingehen und winken..
> Das daraus resultierende DRAMA, hᅵtte tatsᅵchlich auch nicht stattfinden 
> mᅵssen.

> Die starren Regeln sind es, die Leute vor Ort dazu nᅵtigen diese Regeln 
> dann auch zu verteidigen.
> Natᅵrlich fᅵhlt sich die Gruppe angegriffen wenn jemand die starren 
> Regeln bricht.
> Das liegt zum Teil an mir und zum Teil daran, dass es diese extrem dumm 
> formulierte Regelung ᅵberhaupt so niedergeschrieben wurde.

> Im Anschluss an meinen Fehltritt im Juni, wurde mir von einem 
> Beteiligten erklᅵrt:
> Wenn ich einen Redebedarf reklamiere, welcher von MIR ausgeht sei das 
> nicht angebracht.
> Jede*r hat das Recht Kommunikation abzulehnen.
> Konsequenz: Ich konnte mich erst am Sozialplenum bei der direkt 
> betroffenen Person entschuldigen
> und das auch nur wegen einem ᅵbersetzungsfehler!


> Mit diesem Kalauer schliesse ich meine Geschichte vom Verein metalab, 
> den ich mit aufgebaut und getragen habe.
> Dem Verein der so viele Dinge zum Positiven verᅵndert hat.
> Der Verein in dem starke Freundschaften und Bᅵnde entstanden.
> Der Verein der eine Utopie war und so wie alle Utopien von vorne herein 
> zum scheitern verurteilt war.
> Zumindest scheint es in der Retrospektive so.

> Ich wᅵrde trotzdem noch einmal genau das Gleiche aufbauen, die selben 
> Fehler machen, den selben rotzfrechen Stuss labern und anecken und 
> lachen und weinen.
> Das Leben ist zum lernen da.

> Freundschaft.


> ---



> [0] Auch wenn man aus den richtigen Grᅵnden das Falsche tut, wurde am 
> Ende das Falsche getan.
> [1] https://annavasof.net/about/
> [2] 
> https://docs.google.com/presentation/d/1rOGVadTSuud-cPsGEJMoKDyqKKPD88JLsUQGfihOdQA/ 
> [ORIGINAL SLIDES]
> [3] TODOᅵ [Updated Slides]
> [4] 
> https://docs.google.com/presentation/d/1rOGVadTSuud-cPsGEJMoKDyqKKPD88JLsUQGfihOdQA/edit?slide=id.g38d4efea4c1_0_10#slide=id.g38d4efea4c1_0_10



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