On 2025-01-07 09:54, reox via Debienna wrote:
Ich plane meinen heimischen Router von firehol auf nftables zu ändern. Hat jemand das hier schon mal gemacht und hat ein paar Tipps? Insbesondere: Nimmt man heute überhaupt Plain-nftables? Firewalld wird oft empfohlen (zB auch im Debian Wiki) aber XML-Configs finde ich nicht schön... (Ja, ich kenne Elektra ;))
Insbesondere was die "router" und IPv4/v6 dual Stack angeht verstehe ich das Prozerdere bei nftables noch nicht so ganz. Das nftables Wiki ist auch nicht so hilfreich, da dort meines Erachtens immer wieder andere Varianten gezeigt werden, die aber irgendwie nirgends erklärt werden. Eine dual Stack Konfiguration (idealerweise von A1 mit PPPoE) als Referenz würde mir vermutlich auch mal helfen!
hi, ich verwende plain nftables, wo es geht; auf servern, wo libvirt firewalld nutzt, verwende ich in firewalld nftables als backend und kann das, was da rauskommt, dank der unabhängigen tables mit rules mit niedrigerer prio nochmal mit plain nft einschränken (applikationen können so ein stück weit in der firewall config kooperieren). wichtig zu verstehen ist am anfang wohl, dass ein drop und reject final sind, aber ein accept nicht: da werden noch andere tables durchlaufen, soweit vorhanden. dual stack kannst du soweit wie möglich mit der address family inet abdecken (eine table kann nur rules einer family enthalten; für IPv4 nimm ip, für IPv6 ip6), die rules müssen dann ip oder ip6 spezifizieren. für ipv6 musst du klarerweise neighbor discovery duchlassen, und auch router advertisements wirst du vermutlich nicht verschmähen. ich häng mal eine reduzierte und editierte nft config von einem system mit externem ppp0 und lan-seitigen lan0 interface und fixer public ip 55.55.55.55 an, wo auch dhcp4 und dhcp6 laufen, ssh rein- und durchgelassen wird, und auch port 80 von einem bestimmten host/netz an einen anderen lan-seitigen host (192.168.0.2) ge-dnat-ted wird (in einer eigenen ipv4 table, in der auch der geforwardete outgoing traffic an public interface ge-snat-ted wird). die zeilen mit nur accept oder drop sind redundant. zum testen würde ich eine test-umgebung verwenden ;) vielleicht noch zur entwirrung: die table und chain names sind beliebig, wichtig ist, dass in chains mit bestimmten prios an hooks den paketen auflauern und sie filtern oder modifizieren; das kann in mehreren chains in verschiedenen tables mit unterschiedlichen prios (-> reihenfolge) passieren; die basisinfos sind eigentlich ganz gut auf dieser page zusammengefasst: https://wiki.nftables.org/wiki-nftables/index.php/Netfilter_hooks ; die bridge und arp layers (blau und rot) kann du erstmal ignorieren; und welche chain types in welchen address families an welchen hook operieren können, sagt die farbige tabelle. lg ibu