[Metalab] 1. Hallo Metalab 2. Selbstgebasteltes DRM für Mediendateien

uniq uniq at h4x.at
Sun Apr 23 11:10:15 CEST 2017


Hey,


Es ist immer schön neue Leute mit interessanten Ideen kennen zu lernen,
vielleicht läuft man sich im Metalab ja mal über den Weg.


Der Begriff DRM hat nicht nur eine technische sondern leider auch
politische Komponente. Die damit verbundenen substantiellen Eingriffe in
die Grundrechte der Konsumenten/Anwender ist mit der Hacker-Ethik meiner
Auffassung nach keinesfalls vereinbar. [1][2][3] Es wäre deutlich
weniger verfänglich technische Begriffe wie z.B. obfuscation oder
Kryptographie zu verwenden.

Eine gute Herangehensweise wäre zum Beispiel die Projektidee in eine
Richtung zu entwickeln, sodass obfuscation von der Spielmechanik her
nicht mehr erforderlich ist. Vielleicht wäre es sogar pädagogisch
sinnvoll dieses Projekt als Gelegenheit zu nutzen Medienkompetenzen zu
fördern.


lg.
uniq


[1] http://www.catb.org/jargon/html/H/hacker-ethic.html
[2]
https://www.defectivebydesign.org/what_is_drm_digital_restrictions_management
[3] https://en.wikipedia.org/wiki/Digital_rights_management#Opposition


On 14.04.2017 16:38, Benjamin Oppermann wrote:
> Hallo,
> Ich war unlängst erstmals im Metalab anlässlich des Mediawiki-Workshops,
> es hat mir alles sehr gut gefallen und jetzt wollte ich mich mal
> listenmäßig bei euch einklinken! :-)
> Kleine Frage vorab zu dieser Liste:
> Auf der Anmeldeseite steht, die Liste wird öffentlich indexiert - die
> E-Mailadressen sind aber nicht sichtbar, oder? Wenn ich mich ein wenig
> vorstellen möchte, aber nicht dem ganzen Internetz, sondern nur dem
> Publikum von Metalab, dann nicht hier...?
>
> Mein aktuelles Thema:
> Ich habe eine momentan noch sehr vage Idee für eine kleines
> Deutschlernprojekt für Jugendliche, gemischt mit Geocaching,
> Openstreetmaps, mobile Apps...
> Kurz erklärt, man soll eine Audiodatei, die z.B. eine Deutschlektion
> enthält von einem Geocache irgendwo in Wien abholen. Dort spielt man sie
> per NFC/Bluetooth aufs Telefon. Der Geocache macht nix anderes, als
> diese Audiofiles auszuspucken (manchmal hats schon im öffentlichen Raum
> schon Plakatwände gegeben, die sowas gemacht haben).
> Das Problem dabei ist, jeder, der an der Sache teilnimmt, soll sich
> persönlich dorthin begeben um seine Datei abzuholen. Ich möchte
> verhindern, dass einfach einer der Schüler  dorthin fährt und die Datei
> dann an den Rest der Gruppe weiterverteilt. Die Datei soll also auf dem
> Gerät bleiben, mit dem man sie geholt hat bzw. nur dort abspielbar sein.
>
> In anderen Worten, wie baue ich mir mein eigenes Mini-DRM?
>
> Ich habe quasi keine Programmierfähigkeiten - mein Kollege, der
> vielleicht mitbasteln wird, kann einige Basics - ich arbeite, soweit es
> geht, auf Linuxgeräten und kann mit guter Dokumentation einfachere
> CLI-Programme bedienen.
>
> Ich habe kein Geld für teure kommerzielle Lösungen (obwohl habe etwas
> gefunden mit einer gratis
> 90-Tage-Testversion:http://3.drm-x.com/Register.aspx).
>
> Es macht nichts, wenn es leicht zu hacken ist. Mein Publikum hat da
> tendenziell sehr beschränkte Fähigkeiten (diese zu erweitern ist auch
> Ziel des Projekts) und kann zudem schlecht Deutsch und nur selten gutes
> Englisch. Alle können ein Smartphone bedienen, einen PC eher selten. Es
> gibt Ausnahmen, die problemlos eine Lösung ergooglen und umsetzen
> könnten. Wenn die sich lieber die Mühe machen möchten, das DRM zu hacken
> statt mit der Straßenbahn zu dem Geocache zu fahren, dann soll es so
> sein (dann haben sie auch etwas gelernt)  :-) Es soll einfach nur die
> allerbequemste Art, sich um eine Öffi-Fahrt/einen Spaziergang zu
> drücken, verhindern.
>
> Das DRM sollte also die erlaubten Kopiervorgänge auf 0 reduzieren.
> Soweit ich weiß, sollte es nicht schwierig sein, die Files zu
> verschlüsseln - aber wo tue ich den privaten Schlüssel hin? Mir scheint,
> Musikdownloaddienste (nicht Streaming) wie iTunes liefern den gleich mit
> - aber was verhindert, dass der zusammen mit der Datei weiterverteilt
> wird? Wird bei jeder Ausgabe ein neuer Schlüssel generiert?
>
> Während ich dies schreibe, kommt mir die Idee, dass es einfacher sein
> könnte, wenn es sich um lauter verschiedene Audiofiles handelt (was
> genau deren Inhalt sein soll und wie damit weiter verfahren wird, ist
> noch eine andere Frage)... naja, so weit reicht mein Latein einfach noch
> nicht.
> Wer hat Ideen oder etwas möglichst konzises zum Nachlesen?
>
> Vielen Dank fürs Lesen und liebe Grüße,
> Benjamin
>
> _______________________________________________
> Metalab mailing list
> Metalab at lists.metalab.at
> https://lists.metalab.at/mailman/listinfo/metalab







More information about the Metalab mailing list