[Metalab] monochroms POT TIN GOD

das ende der nahrungskette jg at monochrom.at
Fri Apr 24 19:00:49 CEST 2009


monochroms
POT TIN GOD
Ein 10-Meter-Joint
http://www.monochrom.at/pot-tin-god

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Ab 30. April 2009 vor dem Landesmuseum Joanneum, Neutorgasse 45, 8010 Graz.

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Bewerbungsschreiben um noch mehr, noch 
bedingungslosere Toleranz für altersdemente Widerstandssymbole.

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Subkulturtechniken beeindrucken jedes Mal aufs 
Neue durch jene Monotonie, mit der sie ihre 
Erscheinungszyklen herunterdudeln: Das 
spektakuläre Auftauchen in einer durch sie 
zusammengeschweißten Geschichtssekunde ­ die 
funkelnde Unverständlichkeit ihrer ersten 
Verbreitung in Gerüchtform ­ die schlaffe 
Allgemeinverständlichkeit ihrer sich anbahnenden 
Breitenwirkung ­ zuletzt ihre kulturhistorische 
Verbeamtung als topographische Marke der 
bürgerlichen Kunstgeschichte. Allesamt wichtige 
Stationen in ihrer Ausbildungsbiographie zum denkmalfähigen Adabei.

Und was ist die schönste Form, die 
unaufdringliche Penetranz des Adabeiseins aus 
ihrer Amorphheit zu schälen, um sie noch besser genießen zu können? Genau
!

Der Joint und das Kiffen gehören zum 
Ruiniertesten, was die Popkultur bislang zustande 
gebracht hat (noch vor Joe Cocker und Death 
Metal). Denn Kiffen macht ja nicht nur dumm und 
zur Pro7-Zielgruppe, sondern es lässt ­ dank 
seiner verwaltungspolitisch netterweise 
aufrechterhaltenen Kriminalisierung ­ den 
Eindruck entstehen, man/frau/sonstige tue da 
irgendetwas Verbotenes, das über den 
Subversionskompromiss der Ordnungswidrigkeit hinausgeht.

Dies verdient unseren Respekt und Ihr Steuergeld, 
liebe Grazerinnen und Grazer! Auch wenn’s nur 
schlappe 5.000 Euro waren. Sie können uns 
natürlich per Zusatzspende jederzeit in unserer 
Mission unterstützen: IBAN ­ AT50 1100 0037 9353 
7600, BIC ­ BKAUATWW. Denn jeder Schilling hilft!

Und weil es ja durchaus nahe liegt, einem 
überambitioniertem postmodernen Stadtbild einen 
überdimensionierten Joint vor das nächst beste 
repräsentative Gebäude-Wannabe zu knallen, meinen 
wir, das müssen wir ­ als Gesellschaft und als 
monochrom ­ dann aber auch gleich erledigen. 
Verstehen Sie: NOW! Dubai sitzt uns schließlich im Nacken.
Schon weil der KifferInnentourismus, wie das 
Beispiel der Niederlande zeigt, ein 
ernstzunehmender Wirtschaftsfaktor ist. Außerdem 
sieht man/frau/sonstige Graz jetzt noch besser von Google Earth aus.

Die Karriereverheerung der Woodstockgeneration 
zum besinnlichen Moment bürgerlicher 
Geschichtskonstitution bedarf jedenfalls dringend 
der phallischen Monumentalität. Jede sensible und 
differenzierte Aufbereitung erachten wir als 
kontraproduktiv für ein Erinnern, das einem 
Ereignis auf die Pelle rückt, das ­ wie es ganz 
recht im Begleittext zur Ausstellung heißt ­ "zum 
Symbol für eine Generation geworden ist, die sich 
von gesellschaftlichen Konventionen und Werten"! 
Anders gesagt: Schafft mehr BenutzerInnenoberflächen.
Weil: "Sämtliche Lebensbereiche sind streng 
durchökonomisiert: Vom Handy-Klingelton über die 
Fertig-Pizza bis zum Club-Besuch." (aus: 
"Strömungen und Tendenzen in der Popmusik seit 
Woodstock"; http://absolutely-free.at/ )
Und darum geht’s doch!

Und in diesem Sinne wünschen wir allen 
KifferInnen ein herzliches: Turn On, Tune In, 
Drop Dead im Schatten unserer hoffentlich 
halbwegs umstrittenen Installation in einem 
öffentlichen Raum, der sich einen 10-Meter-Joint 
ebenso gründlich verdient hat wie diejenige darum 
herum zu drapierende Mischpoche, auf die die 
Symbole missratener KifferInnen-Symbolpolitik 
eine magische Anziehungskraft ausüben.
Öffentlicher Raum für alle, die noch nicht 
mitgekriegt haben, dass es ihn gar nicht mehr 
gibt. Innenstädte zu semiotischen Abstellkammern!
Schande für alle!
Reclaim the shame!
Obamaisiert, was euch obamaisiert!

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Gezeichnet: www.monochrom.at (Kollektiv für eine 
kritische Landschaftsarchitektur des kollektiven Weiterwurstelns)





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